Beschreibung
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Nur für Forschungszwecke. Dieses Produkt ist ausschließlich für die Verwendung in der Laborforschung bestimmt. Es ist kein Arzneimittel, kein Nahrungsergänzungsmittel und kein Kosmetikum. Nicht für den Gebrauch am Menschen oder am Tier.
Was Semax ist
Semax ist ein synthetisches Peptid aus sieben Aminosäuren. Es besteht aus einem kurzen Abschnitt des Hormons ACTH — den Positionen 4 bis 7 — und einer daran angehängten Prolin-Glycin-Prolin-Kette. In der neuropharmakologischen Grundlagenforschung dient es als Modellsubstanz für die Frage, wie sich ein Peptidfragment gegen den enzymatischen Abbau stabilisieren lässt, ohne die Bindungseigenschaften des Ausgangsmoleküls zu verlieren. Wir liefern es als lyophilisiertes Pulver im verschlossenen Vial.
Wichtig zur Darreichungsform: Dieses Produkt ist kein fertiges Nasenspray. Wer nach einem gebrauchsfertigen Präparat sucht, sucht ein Arzneimittel — das ist etwas anderes als das, was hier verkauft wird. Wir liefern reines lyophilisiertes Peptid im Laborvial, ohne Trägerlösung, ohne Konservierung, ohne Applikationssystem und ohne Bestimmung zur Anwendung am Menschen.
Steckbrief
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Molekülklasse | Synthetisches Heptapeptid, ACTH(4–7)-Analogon |
| Sequenz | Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro |
| Einbuchstabencode | MEHFPGP |
| Molekulargewicht | ≈ 813,9 g/mol |
| CAS-Nummer | 80714-61-0 |
| Lieferform | Lyophilisiertes Pulver, verschlossenes Vial |
| Menge je Vial | 10 mg |
| Gemessener Inhalt der Probe | 11,19 mg laut Janoshik-Prüfbericht #237863 · Charge A2608 |
| Reinheit | 98,113 % laut Janoshik-Prüfbericht #237863 · Charge A2608 · geprüft am 23.09.2026 |
| Analysezertifikat | Prüfbericht #237863 zur Charge A2608 in der Produktgalerie · Bei Janoshik verifizieren |
| Lagerung ungeöffnet | Bitte die Lagerangaben auf dem Etikett der gelieferten Charge beachten. |
| Haltbarkeit ungeöffnet | Maßgeblich ist das Verfallsdatum (EXP) auf dem Etikett bei Einhaltung der Lagerbedingungen. |
Der Janoshik-Prüfbericht #237863 vom 23.09.2026 dokumentiert für die untersuchte Semax-Probe der Charge A2608 eine Reinheit von 98,113 % und einen gemessenen Inhalt von 11,19 mg. Die Messwerte beziehen sich auf diese Probe zum Prüfzeitpunkt. Bitte die Charge mit der LOT-Angabe auf dem Vial abgleichen. Den unveränderten Originalbericht finden Sie in der Produktgalerie.
Die Sequenz Rest für Rest
Die sieben Positionen des Heptapeptids lassen sich zwei Herkünften zuordnen — den vier Resten aus dem ACTH-Fragment und den drei angehängten Resten, die das Molekül stabilisieren:
| Position | Aminosäure | Code | Herkunft |
|---|---|---|---|
| 1 | Methionin | Met (M) | ACTH(4–7) |
| 2 | Glutaminsäure | Glu (E) | ACTH(4–7) |
| 3 | Histidin | His (H) | ACTH(4–7) |
| 4 | Phenylalanin | Phe (F) | ACTH(4–7) |
| 5 | Prolin | Pro (P) | angehängte Pro-Gly-Pro-Kette |
| 6 | Glycin | Gly (G) | angehängte Pro-Gly-Pro-Kette |
| 7 | Prolin | Pro (P) | angehängte Pro-Gly-Pro-Kette |
Geschrieben wird die Sequenz als Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro. Die beiden Prolinreste am Ende sind der Grund, warum dieses Heptapeptid dem enzymatischen Abbau länger standhält als das nackte ACTH-Fragment: Peptidasen spalten schlecht vor und hinter Prolin.
Forschungsstand: was an Semax untersucht wird
Semax wurde ab den 1980er-Jahren am Institut für Molekulargenetik der Akademie der Wissenschaften der UdSSR entwickelt, heute Russische Akademie der Wissenschaften. Der Ausgangspunkt war eine klassische Beobachtung der Peptidforschung: Bestimmte kurze Fragmente des adrenocorticotropen Hormons zeigen in Tierversuchen Effekte auf Lernverhalten, ohne die hormonelle Nebennierenwirkung des vollständigen ACTH zu besitzen. Diese Fragmente werden im Organismus jedoch binnen Minuten von Peptidasen zerlegt.
Die konstruktive Antwort darauf ist der Kern des Moleküls: An das Fragment ACTH(4–7) wurde die Sequenz Prolin-Glycin-Prolin angehängt. Prolinreste sind für viele Peptidasen schlechte Substrate; das verlängert die Verweildauer des Moleküls erheblich. Semax ist damit weniger eine neue Wirksubstanz als ein Lehrbuchbeispiel für ein Stabilisierungsprinzip, das heute in vielen Peptidwirkstoffen in abgewandelter Form wiederkehrt.
Inhaltlich wird Semax in präklinischen Untersuchungen vor allem im Zusammenhang mit neurotrophen Faktoren beschrieben — insbesondere mit der Expression von BDNF und NGF in Hirnregionen von Nagern — sowie mit Veränderungen monoaminerger Signalwege. Weitere Arbeiten befassen sich mit Genexpressionsmustern nach Mangeldurchblutung in Tiermodellen. Das Molekül ist in Russland arzneimittelrechtlich registriert; in der Europäischen Union besteht keine solche Zulassung.
Wirkmechanismus: was beschrieben ist und was offen bleibt
Ein geschlossener Wirkmechanismus für Semax ist nicht beschrieben. Was in den Studien steht, sind Beobachtungen auf verschiedenen Ebenen, die bislang niemand zu einem widerspruchsfreien Modell zusammengeführt hat. Diskutiert werden im Wesentlichen drei Linien: eine Beteiligung an der Regulation neurotropher Faktoren, insbesondere von BDNF; Veränderungen in monoaminergen Signalwegen im zentralen Nervensystem; und der Befund, dass beim Abbau entstehende Bruchstücke des Moleküls — allen voran das Dipeptid Pro-Gly — in Modellversuchen selbst noch Effekte zeigen. Welche dieser Beobachtungen welche andere erklärt, ist offen. Wer einen Wirkmechanismus in einem Satz zusammenfasst, verkürzt eine Literatur, die das nicht hergibt.
In Russland wird Semax im klinischen Zusammenhang mit zerebrovaskulären Erkrankungen verwendet und ist dafür registriert. Wir geben diese Indikationen hier nicht wieder und leiten aus ihnen nichts ab: Eine Registrierung nach russischem Recht ist keine Aussage über die Behandlung von Erkrankungen nach europäischen Maßstäben, und über einen Nutzen bei Beschwerden sagen wir als Lieferant von Laborware ohnehin nichts.
Außerhalb Russlands wird Semax überwiegend als Nootropikum gehandelt. Das ist eine Marktkategorie, keine regulatorische und keine pharmakologische: Der Begriff Nootropikum ist gesetzlich nicht definiert und an keinen Wirknachweis gebunden. Er beschreibt, in welcher Ecke des Marktes eine Substanz angeboten wird, nicht was über sie bekannt ist.
Semax und Selank sind nicht dasselbe
Beide Peptide stammen aus derselben Forschungstradition und werden häufig nebeneinander genannt, sind aber verschiedene Moleküle mit verschiedenen Ausgangssequenzen. Semax leitet sich von ACTH ab, Selank vom Immunpeptid Tuftsin. Entsprechend unterscheiden sich die Forschungsfelder, in denen sie untersucht werden. Wer das zweite sucht, findet es unter Selank als lyophilisiertes Vial.
Vial, Fertiglösung oder Spray — was Sie hier bekommen
Unter dem Stichwort Semax werden im Netz drei sehr verschiedene Dinge angeboten, und kaum jemand erklärt den Unterschied.
Das Laborvial — was wir liefern — enthält reines lyophilisiertes Peptid, nichts sonst. Es ist trocken lagerfähig, muss vor Gebrauch im Labor rekonstituiert werden und trägt eine Chargennummer, zu der ein Analysezertifikat gehören sollte.
Eine Fertiglösung enthält dasselbe Peptid in gelöster Form, zusammen mit Puffer, Konservierungsmittel und gegebenenfalls weiteren Hilfsstoffen. Sie ist kürzer haltbar, und der Substanzgehalt je Milliliter ist um Größenordnungen niedriger als im Pulvervial.
Ein registriertes Fertigarzneimittel — etwa ein in Russland zugelassenes Nasenpräparat — ist ein Arzneimittel mit behördlicher Zulassung, Fachinformation und pharmazeutischer Chargenfreigabe. Das ist eine andere Produktkategorie als ein Forschungsreagenz, und wir stellen sie ausdrücklich nicht als gleichwertig dar.
N-Acetyl-Semax ist nicht dasselbe Molekül. Unter diesem Namen — und in der Variante mit zusätzlich amidiertem C-Terminus — wird ein Sequenzabkömmling gehandelt, dessen N-Terminus acetyliert ist. Das ist eine chemische Veränderung am Molekül, keine Darreichungsform und keine Qualitätsstufe. Wir führen diese Variante nicht: In unserem Vial liegt Semax in der oben im Steckbrief genannten Form vor. Wer gezielt das acetylierte Derivat sucht, bekommt hier nicht das, was er sucht — und sollte das Etikett und die Lieferspezifikation entsprechend gegenprüfen.
Semax online kaufen: Wir geben das Vial ausschließlich über diesen Shop ab.
Was nicht bekannt ist
Bei Semax ist die Bewertung der Datenlage anspruchsvoller als bei den meisten Peptiden im Sortiment, und zwar aus einem strukturellen Grund:
- Der Großteil der Literatur ist russischsprachig und in der Rezeption außerhalb Russlands schwer zugänglich. Internationale, unabhängige Replikationen sind selten.
- Die klinischen Studien sind überwiegend klein. Fallzahlen im zweistelligen Bereich, häufig ohne Verblindung, teilweise ohne Kontrollgruppe. Aus solchen Untersuchungen lassen sich keine belastbaren Aussagen ableiten.
- Keine Zulassung in der EU. Die Registrierung in Russland erfolgte nach anderen Kriterien als denen der Europäischen Arzneimittel-Agentur; sie ist kein Beleg im Sinne europäischer Zulassungsstandards.
- Zu Langzeitverhalten und Wechselwirkungen liegen keine Daten vor, die eine Aussage tragen würden.
- Zur Sicherheit existiert keine Bewertung nach europäischen Zulassungsstandards. Aus der vorliegenden Literatur lässt sich nicht ableiten, dass eine Anwendung am Menschen sichere Bedingungen hätte; das Ausbleiben von Meldungen ist kein Nachweis.
Wir nennen das offen, weil es der Sachstand ist. Ein Anbieter, der bei Semax von gesicherter Wirksamkeit spricht, hat die Literatur entweder nicht gelesen oder verschweigt, wie sie zustande gekommen ist.
Rechtslage in Deutschland
Der Handel mit Semax als Forschungschemikalie ist zulässig, solange die Substanz nicht als Arzneimittel in den Verkehr gebracht wird. Entscheidend ist die Zweckbestimmung: Sobald ein Produkt zur Anwendung am Menschen bestimmt ist oder dafür beworben wird, fällt es unter das Arzneimittelgesetz und benötigt eine Zulassung. Dieses Vial ist ausdrücklich nicht dafür bestimmt. Ein Fertigpräparat mit dem Wirkstoff Semax ist hierzulande nicht zugelassen — weder rezeptfrei noch auf Rezept, und auch nicht als Einzelimport über eine Apotheke. Dass die Substanz in einem anderen Staat registriert und dort zugelassen ist, ändert an dieser Einordnung nichts. Ausführlich behandelt das der Beitrag zur rechtlichen Einordnung von Forschungspeptiden.
Handhabung im Labor
Das Vial vor dem Öffnen auf Raumtemperatur temperieren lassen, damit sich auf dem kalten Feststoff kein Kondenswasser bildet. Feuchtigkeit ist bei lyophilisierten Peptiden die häufigste Ursache für Qualitätsverlust vor dem ersten Versuch.
Die Sequenz enthält mit Methionin und Histidin zwei oxidationsempfindliche Seitenketten. Ansätze deshalb lichtgeschützt herstellen, den Luftkontakt kurz halten und Lösungen nicht über Stunden offen stehen lassen. Das Lösungsmittel langsam an der Innenwand des Vials zugeben, nicht auf das Pulver, anschließend schwenken, bis die Lösung klar ist — nicht schütteln.
Für Ansätze mit mehreren Entnahmen ist bakteriostatisches Wasser für Laborzwecke üblich, für Einmalansätze steriles Wasser. Die Konzentration je Milliliter ergibt sich aus Vialinhalt geteilt durch Lösungsmittelvolumen; die Rechnung nimmt der Peptid-Rechner ab — Laborarithmetik, ausdrücklich keine Dosierungsempfehlung. Für die sichere Handhabung im Labor gilt dabei dasselbe wie für jedes Reagenz: eine Konzentration nur einmal festlegen, sie auf dem Gefäß vermerken und nicht aus dem Gedächtnis rekonstruieren. Rekonstituierte Lösungen kühl, dunkel und aliquotiert lagern und wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden.
Warum der Grundpreis je Milligramm zählt
Semax wird in sehr unterschiedlichen Aufmachungen angeboten — als Pulver im Vial, als fertige Lösung, als Spray mit wenigen Milligramm Gesamtinhalt. Diese Angebote lassen sich über den Fläschchenpreis nicht vergleichen, sondern nur über den Preis je Milligramm reiner Substanz. Wir weisen ihn an der Variante aus: 10 mg: 2,99 € / mg · 20 mg: 2,50 € / mg.
Zwei Fußnoten gehören dazu. Erstens: Eine fertige Lösung enthält je Milliliter nur einen Bruchteil dessen, was ein Vial mit lyophilisiertem Pulver enthält — der Vergleich muss auf die Substanzmenge gehen, nicht auf das Volumen. Zweitens: Ohne chargenbezogen belegte Reinheit ist ein Preis je Milligramm eine Zahl ohne Bezugsgröße. Wie wir damit umgehen, steht unter Qualität und Analysezertifikate.
Häufige Fragen
Was ist Semax? Ein synthetisches Peptid aus sieben Aminosäuren, zusammengesetzt aus dem ACTH-Fragment 4–7 und einer Prolin-Glycin-Prolin-Kette, die es gegen enzymatischen Abbau stabilisiert. Wir liefern es als lyophilisiertes Pulver im 10-mg-Vial für Laborzwecke.
Welche Wirkung hat Semax? In präklinischen Untersuchungen wird Semax im Zusammenhang mit der Expression neurotropher Faktoren und mit monoaminergen Signalwegen beschrieben. Diese Befunde stammen überwiegend aus Tiermodellen. Aussagen über eine Wirkung am Menschen machen wir nicht; die vorliegenden klinischen Daten sind dafür zu klein und methodisch zu uneinheitlich.
Welche Dosierung hat Semax? Wir nennen keine. Eine Dosierungsangabe wäre eine Anwendungsempfehlung für den Menschen — bei einem Forschungsreagenz weder zulässig noch fachlich vertretbar. Für die Umrechnung von Vialinhalt in Konzentration je Milliliter steht der Rechner für Konzentration und Volumen bereit; das ist Laborarithmetik und keine Empfehlung.
Welche Nebenwirkungen hat Semax? Ein belastbares Sicherheitsprofil nach europäischen Zulassungsstandards existiert nicht. Das Produkt ist nicht zur Anwendung am Menschen bestimmt, und wir geben deshalb auch keine Auskunft zu Anwendungsrisiken.
Ist Semax in Deutschland legal? Der Handel als Forschungschemikalie ist zulässig. Entscheidend ist die Zweckbestimmung: Das Vial ist kein Arzneimittel und nicht zur Anwendung am Menschen bestimmt. Als Arzneimittel ist Semax in Deutschland nicht zugelassen.
Was bedeuten Erfahrungsberichte zu Semax? Für die Bewertung einer Substanz nichts. Erfahrungsberichte aus Foren sind unkontrolliert, nicht verblindet, nicht auf Reinheit und Identität des verwendeten Materials geprüft und in aller Regel nicht nachvollziehbar. Wir veröffentlichen deshalb keine Erfahrungsberichte und behandeln fremde nicht als Beleg. Was zählt, ist die publizierte Datenlage — und deren Grenzen stehen oben im Abschnitt „Was nicht bekannt ist“.
Wie lange ist ein rekonstituierter Ansatz haltbar? Das hängt von Lösungsmittel, Temperatur, Lichtschutz und der Zahl der Entnahmen ab und lässt sich nicht pauschal angeben. Belastbar ist nur eine Stabilitätsprüfung der konkreten Charge. Als Laborpraxis gilt: kühl und dunkel lagern, aliquotieren, Frier-Tau-Zyklen vermeiden und den Ansatz nicht länger vorhalten als für den Versuch nötig.
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