Beschreibung
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SS-31 online kaufen: Wir geben das Vial ausschließlich über diesen Shop ab. In der Sendung liegt ein verschlossenes Glasvial mit 10 mg lyophilisiertem Pulver, etikettiert mit Bezeichnung, Füllmenge, Chargennummer (LOT) und Verfallsdatum (EXP). Lösungsmittel, Kanülen und Anwendungshinweise gehören nicht dazu; das Lösungsmittel bestellen Sie bei Bedarf getrennt.
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Nur für Forschungszwecke. Dieses Produkt ist ausschließlich für die Verwendung in der Laborforschung bestimmt. Es ist kein Arzneimittel, kein Nahrungsergänzungsmittel und kein Kosmetikum. Nicht für den Gebrauch am Menschen oder am Tier.
Was SS-31 ist
SS-31 ist ein synthetisches Tetrapeptid, also eine Kette aus nur vier Aminosäuren, mit amidiertem C-Terminus. Zwei Bausteine sind nicht proteinogen: ein D-Arginin und ein zweifach methyliertes Tyrosin. In der mitochondrialen Forschung wird die Substanz eingesetzt, weil sie sich in Modellsystemen in der inneren Mitochondrienmembran anreichert und dort mit dem membranspezifischen Phospholipid Cardiolipin wechselwirkt. Der internationale Freiname der Substanz ist Elamipretid. Lieferform ist lyophilisiertes Pulver im verschlossenen Vial.
Steckbrief
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Molekülklasse | Synthetisches Tetrapeptid, aromatisch-kationisches Motiv, C-terminal amidiert |
| Struktur | D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH₂ (Dmt = 2′,6′-Dimethyltyrosin) |
| Molekulargewicht | ≈ 639,8 g/mol (freie Base) |
| CAS-Nummer | 736992-21-5 |
| Weitere Bezeichnungen | Elamipretid, MTP-131, Szeto-Schiller-Peptid 31 |
| Lieferform | Lyophilisiertes Pulver, verschlossenes Vial |
| Menge je Vial | 10 mg |
| Reinheit | ≥ 99 % (HPLC), unabhängig geprüft von Janoshik Analytical |
| Lagerung ungeöffnet | Bitte die Lagerangaben auf dem Etikett der gelieferten Charge beachten. |
| Haltbarkeit ungeöffnet | Maßgeblich ist das Verfallsdatum (EXP) auf dem Etikett bei Einhaltung der Lagerbedingungen. |
Forschungsstand: was an SS-31 untersucht wird
Die Bezeichnung SS geht auf die Nachnamen der beiden Wissenschaftler zurück, in deren Zusammenarbeit die Peptidreihe entstand — Szeto und Schiller. SS-31 ist das am weitesten untersuchte Mitglied dieser Reihe. Sein Bauprinzip ist der eigentliche Gegenstand des Interesses: Positiv geladene und aromatische Reste wechseln sich ab. Diese Abfolge ist der beschriebene Grund dafür, dass sich das Peptid unabhängig vom Membranpotential in der inneren Mitochondrienmembran anreichert, während klassische mitochondriale Sonden auf ein intaktes Potential angewiesen sind — also gerade dort versagen, wo die Mitochondrienfunktion gestört ist.
Der in der Literatur beschriebene molekulare Ansatzpunkt ist Cardiolipin, ein Phospholipid, das praktisch ausschließlich in der inneren Mitochondrienmembran vorkommt und für die Architektur der Cristae sowie für die Anordnung der Atmungskettenkomplexe eine strukturbildende Rolle spielt. In Modellsystemen wird beschrieben, dass die Bindung von SS-31 an Cardiolipin die Membranorganisation und die Effizienz des Elektronentransports beeinflusst. Genau dieser Punkt macht die Substanz als Werkzeug interessant: Sie erlaubt es, die Bedeutung der Cardiolipin-abhängigen Membranorganisation experimentell zu adressieren.
Unter dem Freinamen Elamipretid war die Substanz Gegenstand klinischer Entwicklungsprogramme, unter anderem zu seltenen Erkrankungen des Mitochondrienstoffwechsels. Diese Programme betreffen pharmazeutisch gefertigte Prüfware unter klinischen Bedingungen und nicht das hier angebotene Forschungsreagenz. In den USA erhielt das Arzneimittel Forzinity (Elamipretid) am 19. September 2025 eine beschleunigte Zulassung für das Barth-Syndrom bei Patienten ab 30 kg Körpergewicht. Diese Zulassung betrifft das Arzneimittel, nicht das hier angebotene Forschungsreagenz. Quelle: FDA: Forzinity.
Warum zwei nicht proteinogene Bausteine
Die beiden ungewöhnlichen Bausteine der Kette sind kein Zufall, sondern Konstruktionsentscheidungen. Das Arginin liegt in der D-Konfiguration vor, also gespiegelt zur natürlichen L-Form. Peptidasen sind auf L-Aminosäuren spezialisiert; eine D-Aminosäure an der ersten Position verlangsamt den enzymatischen Abbau am N-Terminus erheblich. Denselben Zweck erfüllt die Amidierung des C-Terminus: Sie entfernt die freie Carboxylgruppe, an der Carboxypeptidasen ansetzen.
Das zweifach methylierte Tyrosin wiederum verändert die elektronischen Eigenschaften des aromatischen Rings und damit das Wechselspiel zwischen Ladung und Hydrophobie, auf dem die Membranaffinität beruht. Ein Tetrapeptid mit drei gezielten Modifikationen ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark sich die Eigenschaften einer sehr kurzen Kette durch chemische Eingriffe steuern lassen — und zugleich ein Hinweis darauf, warum die Identitätsprüfung hier besonders wichtig ist: Ein Material mit L-Arginin statt D-Arginin hätte dasselbe Molekulargewicht und ein völlig anderes Verhalten.
SS-31, Elamipretid, MTP-131 — dieselbe Substanz, drei Kontexte
Die drei Bezeichnungen stammen aus verschiedenen Zusammenhängen und werden im Handel gelegentlich so verwendet, als bezeichneten sie Produktvarianten. SS-31 ist der Laborname aus der ursprünglichen Peptidreihe und die Bezeichnung, unter der die präklinische Literatur überwiegend geführt wird. MTP-131 ist eine Entwicklungsbezeichnung aus dem klinischen Programm. Elamipretid ist der internationale Freiname, also der Name, den eine Substanz erhält, sobald sie als Arzneistoff geführt wird.
Für die Recherche folgt daraus, dass eine Suche nach nur einem der drei Begriffe jeweils nur einen Ausschnitt der Literatur zeigt. Für die Ware auf dieser Seite folgt daraus nichts: Ein Freiname macht aus einem Forschungsvial kein Arzneimittel, und die Existenz klinischer Prüfware unter demselben Namen ändert an der Zweckbestimmung dieses Produkts nichts.
SS-31 und MOTS-c: zwei Wege zum selben Organell
Beide Peptide werden im Zusammenhang mit mitochondrialer Funktion untersucht, greifen aber an völlig verschiedenen Stellen an. SS-31 ist ein synthetisches Molekül, das physikalisch-chemisch in die Membran eingelagert wird und dort mit einem Lipid wechselwirkt — ein struktureller Ansatz. MOTS-c ist ein körpereigenes, mitochondrial kodiertes Signalpeptid, das über Stoffwechselwege und über den Zellkern wirkt — ein regulatorischer Ansatz. Wer beide vergleichen will, findet die Gegenseite unter MOTS-c in 10 und 40 mg.
Was nicht bekannt ist
- Die Membranbefunde stammen weit überwiegend aus isolierten Systemen — aufgereinigte Mitochondrien, Liposomen, Zellkultur. Was in einem Liposomenmodell gilt, gilt nicht automatisch in einem Gewebe.
- Die Ergebnisse sind uneinheitlich, und der Zulassungsstand ist eng. Die Untersuchungen zu Elamipretid betrafen seltene Erkrankungen mit entsprechend kleinen Teilnehmerzahlen; einzelne Endpunkte wurden verfehlt. In den USA wurde 2025 ein Präparat mit dem Wirkstoff für eine einzelne seltene Erkrankung im beschleunigten Verfahren zugelassen — für ein eng begrenztes Anwendungsgebiet und nicht in der EU, wo lediglich eine Orphan-Designation besteht. Wer die Substanz als breit klinisch belegt darstellt, gibt die Datenlage nicht korrekt wieder.
- Keine Übertragbarkeit auf Muskelaufbau. Wir führen SS-31 in der muskelbezogenen Sortimentsgruppe, weil Mitochondrienfunktion ein Forschungsthema der Muskelphysiologie ist. Ein Effekt auf Muskelmasse beim Menschen ist damit ausdrücklich nicht behauptet und nicht belegt.
- Keine Langzeitdaten zu wiederholter Gabe außerhalb der genannten Studienprogramme.
- Zur Stabilität rekonstituierter Ansätze unter Laborbedingungen gibt es keine allgemein gültigen Angaben. Was im Abschnitt „Handhabung im Labor“ steht, ist übliche Laborpraxis und keine für diese Charge gemessene Angabe.
Rechtslage in Deutschland
Der Handel mit SS-31 als Forschungschemikalie ist zulässig, solange die Substanz nicht als Arzneimittel in den Verkehr gebracht wird. Entscheidend ist die Zweckbestimmung: Sobald ein Produkt zur Anwendung am Menschen bestimmt ist oder dafür beworben wird, fällt es unter das Arzneimittelgesetz und benötigt eine Zulassung. Dieses Vial ist ausdrücklich nicht dafür bestimmt. Es ist kein Arzneimittel, kein Nahrungsergänzungsmittel und kein Kosmetikum. Ausführlich behandelt das der Beitrag zur rechtlichen Einordnung von Forschungspeptiden.
Handhabung im Labor
Das Vial vor dem Anstechen auf Raumtemperatur kommen lassen; an kaltem Glas schlägt sich Luftfeuchtigkeit nieder, und Wasser ist bei lyophilisierten Peptiden die häufigste Ursache für Qualitätsverlust vor dem ersten Versuch.
SS-31 ist ein sehr kurzes, stark basisches Peptid und in wässrigen Systemen gut löslich. Das Lösungsmittel dennoch langsam an der Innenwand zugeben und schwenken statt schütteln — die Regel gilt unabhängig von der Löslichkeit, weil Schaum an der Luft-Wasser-Grenzfläche Peptidverluste durch Adsorption erzeugt. Bei stark verdünnten Ansätzen ist die Adsorption an Gefäßwände ein realer Verlustfaktor; hier arbeitet man üblicherweise mit peptidarm bindenden Gefäßen oder mit Trägerprotein im Puffer, sofern der Versuchsaufbau das erlaubt.
Für Ansätze mit mehreren Entnahmen ist bakteriostatisches Wasser für Laborzwecke üblich. Die Konzentration je Milliliter folgt aus Vialinhalt geteilt durch Lösungsmittelvolumen; die Umrechnung übernimmt der Rechenwerkzeug für Vial-Konzentrationen — Laborarithmetik, keine Dosierungsempfehlung. Rekonstituierte Lösungen kühl, dunkel und aliquotiert lagern, Frier-Tau-Zyklen vermeiden.
Warum der Grundpreis je Milligramm zählt
Bei einem Peptid mit nur vier Aminosäuren fällt ein zweiter Punkt besonders ins Gewicht: die Salzform. Lyophilisierte Peptide liegen in der Regel als Salz vor, üblicherweise als Acetat oder Trifluoracetat. Je kürzer die Kette, desto größer ist der Massenanteil, den Gegenion und Restwasser an der Einwaage haben. Ob sich „10 mg“ auf die Bruttoeinwaage oder auf den reinen Peptidgehalt bezieht, kann bei einem Tetrapeptid deshalb einen spürbaren Unterschied ausmachen.
Genau deshalb weisen wir den Grundpreis aus — 3,99 € / mg. Er bezieht sich auf die Füllmenge laut Etikett. Ein Preis je Milligramm ohne Angabe, worauf sich das Milligramm bezieht, ist nur die halbe Information. Wie wir Reinheits- und Identitätsnachweise handhaben, steht unter Qualität und Analysezertifikate.
Häufige Fragen
Was ist SS-31 beziehungsweise Elamipretid? Ein synthetisches Tetrapeptid mit der Struktur D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH₂. SS-31 ist die Laborbezeichnung, Elamipretid der internationale Freiname derselben Substanz, MTP-131 eine ältere Entwicklungsbezeichnung. Wir liefern sie als lyophilisiertes Pulver im 10-mg-Vial.
Welche Wirkung hat SS-31? In Modellsystemen wird beschrieben, dass sich das Peptid in der inneren Mitochondrienmembran anreichert und dort an Cardiolipin bindet. Die daraus abgeleiteten Aussagen zur Membranorganisation stammen aus isolierten Systemen und Zellkultur. Aussagen über eine Wirkung am Menschen machen wir nicht.
Welche Dosierung hat SS-31? Wir nennen keine. Eine Dosierungsangabe wäre eine Anwendungsempfehlung für den Menschen und ist bei einem Forschungsreagenz weder zulässig noch fachlich vertretbar. Für die Umrechnung in Konzentration je Milliliter gibt es den Konzentrationsrechner für Lyophilisate.
Ist SS-31 in Deutschland legal? Der Handel als Forschungschemikalie ist zulässig. Entscheidend ist die Zweckbestimmung: Dieses Vial ist kein Arzneimittel und nicht für die Anwendung am Menschen bestimmt.
Warum steht SS-31 in der Muskelkategorie? Weil die Mitochondrienfunktion ein zentrales Thema der Muskelphysiologie ist und die Substanz in diesem Forschungsfeld untersucht wird. Die Zuordnung beschreibt das Forschungsgebiet, nicht eine Wirkung.
Reicht das Molekulargewicht als Identitätsnachweis? Nein. Massenspektrometrie belegt die Masse, nicht die Stereochemie: Eine Variante mit L-Arginin anstelle des D-Arginins wäre massengleich und funktionell verschieden. Belastbar ist erst die vollständige Chargendokumentation des Herstellers mit Angabe der eingesetzten Bausteine und des Aufreinigungsverfahrens. Genau deshalb ist die Chargennummer auf dem Vial und das zugehörige Zertifikat wichtiger als jede Reinheitszahl auf einer Produktseite.
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